Deutlich weniger Besucher und Aussteller, Proteste von Klimaschützern, keine Antworten auf aktuelle Fragen unserer Zeit – so lautete das Fazit der Internationalen Automobilausstellung (IAA) für Pkw im Jahr 2019. Höchste Zeit für einen Wandel der ältesten und bedeutendsten Fachmesse für Automobile. Und so präsentiert sich die IAA Pkw 2021 vom 7. bis 12. September am neuen Standort München mit neuem Messekonzept als Mobilitätsplattform IAA Mobility.
Der Organisator der IAA, der Verband der Automobilindustrie (VDA), hat auf die Kritik der vergangenen Jahre reagiert und das Konzept der IAA für Pkw überarbeitet: Weg von einer reinen Auto-Show hin zu einer Messe, die das gesamte Spektrum der Mobilität zeigen soll. Durch den mobilen Ansatz sollen Besucher und neue Zielgruppen direkter erreicht und die Messe erlebbarer gemacht werden. Denn die IAA Mobility ist nicht auf das Messegelände beschränkt, sondern bezieht die ganze Stadt mit ein. Sie nutzt mehr Raum, präsentiert sich offener, vernetzter, aktueller und facettenreicher.
Den Kern der IAA Mobility bilden vier Bereiche:
- Open Space – präsentieren und erleben: Durch Mobilitätskonzepte direkt in der Stadt werden alle Bürger dazu eingeladen, Fahrzeughighlights, autonome Verkehrsmittel und brandneue Technologien direkt auszuprobieren und Konzerte, Präsentationen oder Dialogveranstaltungen direkt vor ihrer Haustür zu erleben.
- Blue Lane – testen und erfahren: Route für Transfers und Testfahrten durch die Münchener Innenstadt als Verbindung der Veranstaltungsorte mit dem Messegelände. Die Blue Lane soll Mobilitätslösungen für Besucher direkt erlebbar machen.
- Summit – austauschen und vernetzen: Podiumsdiskussionen, Netzwerken und Fachausstellungen auf dem Messegelände, die sich vor allem an internationale Branchenexperten und Journalisten aus der Mobilitätsbranche richten.
- Conference - informieren und teilhaben: Vorträge und Diskussionsformate von Experten und Entscheidern aus Industrie, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft rund um die globale Mobilität der Zukunft. Findet in englischer und deutscher Sprache auf dem Messegelände statt.
Auch Messen müssen mit der Zeit gehen, um weiter auf dem Markt bestehen zu können. Sie sind ein Spiegelbild ihrer Branche, müssen Veränderungen rechtzeitig erkennen und sich immer wieder neu erfinden. Verpassen sie den Zeitpunkt, ereilt sie ein Schicksal wie der Cebit. Die einst weltweit größte Messe für Informationstechnik schloss 2018 nach 32 Jahren wegen rückläufiger Besucher- und Ausstellerzahlen sowie der zunehmenden Konkurrenz durch neue Digitalmessen für immer ihre Pforten.
Gerade für Messen mit einer langen Tradition braucht es Mut, sich neu zu erfinden. Wir finden es gut, dass sich ein Urgestein wie die IAA verändert, etwas Neues wagt und sich öffnet für eine Mobilität, die nicht mehr nur aus Auto besteht. Man wird sehen, wie es gelingen wird und wünschen viel Erfolg.
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